Lindmair Dreigesang und Wössner Erntedank Ensemble – Volksmusik, die Herzen berührt

Alpenländische Volksmusik in der Villa Sawallisch stimmte auf wunderbare Weise auf die letzten Adventstage und die Weihnachtszeit ein. „Nach einem Jahr voller Musik aus aller Welt“, sieht David Nassor von der Sawallisch Stiftung, „freut es mich um so mehr, heute die Musik direkt von der Haustür zu hören.“

Die Sawallisch-Stiftung hatte den hochkarätigen Dreigesang der Lindmair Dirndln gewonnen, stellte das Mitglied des Stiftungsrates Otto Dufter die Mitwirkenden vor. Der Lindmair Dreigesang aus Fischbachau ist ein herausragendes Beispiel für drei Generationen Volksmusik. Die geht zurück auf die Geschwister Röpfl – Hardl, Leni und Marianne – die seit den 60-iger Jahren mit frischen Ideen der traditionellen Volksmusik neues Leben einhauchten. Dort und in anderen Formationen sang auch schon Mariannes Tochter Marlene mit. Die Marlene Lindmair, die jetzt wiederum mit ihren Töchtern Constanze Wegmann und Simone Kiesenhofer auf der Grassauer Bühne stand. Mutter und Töchter singen schon seit 25 Jahren zusammen und gelten als ein Vorbild für viele ähnliche Frauendreigesänge. Vor allem in der Adventszeit ist der Lindmair Dreigesang jedes Wochenende unterwegs und berührt mit ihren Liedern und Stimmen das Publikum.

Die Musik steuerte das Wössner Erntedank Ensemble bei. Die Formation entstand zum bekannten Wössner Erntedank. Über die Jahre erwarb sich das Ensemble einen Namen über den Alpenraum hinaus bis nach Berlin und Brüssel.

In wunderbaren Liedern vollzieht der Lindmair Dreigesang auf der Grassauer Bühne die Weihnachtsgeschichte nach. Die Frauen singen von Herbst und Winter, freuen sich am Advent und seinen Lichtern. Der Gesang erzählt von den Engeln und von Jesu Geburt. „Langsam kimmt d‘ Nacht daher“ ist der wunderbare Abschluss in der Zugabe.

Ihr Gesang ist harmonisch und klar. Auch wenn sie sehr sauber intonieren, klingen sie authentisch und bringen gefühlvoll die Stimmungen zum Ausdruck. Der Ausstrahlung der drei konnte sich auch das Publikum nicht entziehen.

Das Wössner Erntedank Ensemble fügt sich mit seiner Musik wunderbar zwischen ihre Lieder. Die Musiker wählten Melodien in den Tonarten der Lieder, so dass es ein sehr harmonischer Abend wurde. Zusätzlich zu den Instrumentalstücken spielten sie den Gesang ein oder begleiteten sehr einfühlsam.

Martin Astner am Kontrabass und Rudi Ritter mit der Zither sind so etwas wie die Edelreservisten des Ensembles. Sie fügen sich nahtlos ins Klangbild des Ensembles ein.

Der besondere Abend verdiente eine besondere Sprecherin. Das war die gebürtige Prienerin Regina Wallner. Sie ist Redakteurin und Moderatorin des Bayerischen Rundfunks in München. Die erste Text, den sie las, stimmte auf den Advent ein. Sie sah die Heiligen, deren Namenstage sich von November an reihen, und wusste Tiefgründiges über deren Leben. Ihre Lesung wechselte dann in eine andere Färbung, als sie auf den Heiligen Thomas schaute. Die Zuhörer fanden ihre helle Freude an der Erzählung über die Bräuche, die sich um seinen Tag und seinen Einfluss ranken, den rechten Ehepartner zu finden.

Im nächsten Beitrag vom „Glück des Augenblicks“ rief sie in warmen Worten zur inneren Besinnung auf.

Kritisch dann die letzte Geschichte vom Wirt, der sich sicher ist, dass er mit Josef und Maria besser verfahren sei, in einer ähnlichen modernen Situation, dann doch versagt.

Es war ein schöner, wunderbarer und harmonischer Abend mit einer Stimmung, der sich niemand entziehen konnte und wollte. Das erwies auch der langanhaltende Beifall des Publikums. Entsprechend waren die Stimmen der Zuhörer voller Lob und Dank an die Mitwirkenden.

 

Bericht und Foto von Ludwig Flug

Erschienen im OVB / Chiemgau Zeitung am 28.12.2023