Ein volles Haus für die Musikjugend Das Stiftungskonzert der Musikschule Grassau 2016 Von Uta Grabmüller

Wer schafft es, mit zehn Jahren schon auf dem Konzertpodium zu stehen?

Keine Frage: Das kann schaffen, wer die Musikschule Grassau besucht. Als jüngste Musikerin stand die zehnjährige Geigerin Bianca Demmel mit ihrer Schwester Regina (13 Jahre, Harfe) mit einem schwungvollen Czardas beim diesjährigen Stiftungskonzert der Musikschule Grassau auf der Bühne des vollbesetzten Heftersaals.

Dieses jährlich stattfindende Benefizkonzert zugunsten der Wolfgang Sawallisch-Stiftung ist ein Leistungsbeweis der vielen guten und übefreudigen Kinder und Jugendlichen, deren musikalische Ausbildung an der Musikschule Grassau mit zusätzlichen Unterrichtsstunden durch die Wolfgang –Sawallisch-Stiftung unterstützt werden.

Das gut dreistündige Konzertprogramm führte mit einem Stück von Samuel Scheidt zurück in die Welt des 17. Jahrhunderts, zitierte mit Händel, Mozart, Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Bruckner, Debussy und Bartok viele große Komponisten und bot mehrere fein angerichtete Kostproben zeitgenössischer Musik bis hin zum erfolgreichen Pharrell Williams (* 1973) mit seinem Hit „Happy“, gespielt von den sehr jungen Mitgliedern der Blechbläser-„Räuberbande“. Ein kleiner, feiner Programmblock war auch der Volksmusik gewidmet.

Die gut 40 jungen Musiker und Musikerinnen dieses Abends, darunter einige Abiturienten, die sich schon für ein Musikstudium entschieden haben, und insgesamt 16 Teilnehmer am Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2017, ließen das Publikum staunen: Sie boten großartige Leistungen. Die Tatsache, dass die Musikschule bewusst viele Ensembles bildet und so den Jugendlichen einen weiteren Anreiz für das eigene Musizieren bietet, zahlt sich aus. Daneben gab es überdurchschnittlich gute solistische Leistungen; hier seien beispielsweise Viktoria Hendel (Geige) oder Julian Steffl (Schlagzeug) genannt.

Dass die erfolgreiche Arbeit der Musikschule Grassau auch in der Landeshauptstadt wahrgenommen wird, bewies der abschließende Gastauftritt des Greffenius-Quartetts aus München. Dessen Bandleader Dr. Gunter Greffenius, Vibraphonist und Gründer der „Waltraud und Greffenius-Stiftung“, vergab an diesem Abend erstmals einen Förderpreis, der der Unterstützung von Familien mit begabten Kindern für eine intensivere Musikausbildung dient (siehe Foto).  

So viele junge Künstler – so ein umfangreiches Programm – ein so guter Leistungsstand: Das alles bedarf sehr effizienter Zusammenarbeit auch der vielen beteiligten Instrumentallehrer aller Fächer. Die Musikschulleiter Wolfgang Diem und Otto Dufter dankten dafür dem Kollegium. Bürgermeister Rudi Jantke lobte die Musikschule und die musikalische Jugend, deren Engagement dem Publikum in Zeiten wie diesen Zuversicht und positive Kraft vermitteln könne.