Kurs für begabte Ensembles

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Grassau. Draußen herrliches Herbstwetter vor den Fenstern von Schule und Musikschule Grassau. Doch drinnen musizierten ein ganzes Wochenende Kinder bis Erwachsene mit großer Leidenschaft. Die Middeler Kulturstiftung ermöglichte ihnen einen Meisterkurs für begabte Holz- und Blechbläser-Ensemble. Und was bei so etwas herauskommt, das versetzte die Zuhörer beim Abschlusskonzert der Schüler am Sonntag in Begeisterung.

Sieben ausgewiesene Musiker und Dozenten unterrichteten rund 30 Schüler, die sich in ihrer manchmal noch sehr jungen Musikerkarriere bereits hervorgetan hatten. Die Lehrer Bostjan Lipovsek, Horn, Slowenien, Thomas Höger, Posaune, Christian Gruber, Trompete, Harald Rossberger, Klarinette, Milena Lipovsek, Slowenien, Johann Schmuck und Alexander Hermann, beide Alexandertechnik, sind anerkannte Größen der Musik. Dagegen standen als Schüler hoffnungsvoller Nachwuchs. Da waren die Jüngsten, die Räuberbande, das junge Wössner Quintett und das Flötentrio. Da waren die älteren Ensembles Grass Brass, das Hornquartett der Musikschule Grassau, das Bernauer Quintett. Und da waren drei erwachsene Schüler, das aufsehenerregende Linzer Posaunentrio. Nichtöffentlich waren nur die Kurse in der Alexander Technik. In denen wird die Fähigkeit vermittelt, ressourcensparend und gelassen mit unterschiedlichsten Tätigkeiten und Lebenssituationen umzugehen.

Dazu passte, wie Bostjan Lipovsek aus Slowenien zwischen zwei Stücken von seinem eigenen Werdegang erzählte. Der verlief wie in Wellen, in denen er an vermeintliche Grenzen stieß und nahezu verzweifelte, weil er keinen Fortschritt sah. Weil er dranblieb, kam dann immer der Schritt über die Schwelle, wenn er dann das vermeintlich Schwere leicht erlebte, ohne sich wie vorher anzustrengen. Das Beispiel machte für den Zuhörer deutlich, wie Alexandertechnik dem Musiker helfen kann. Aufmerksamere Zuhörer als die jungen Erwachsener konnte er nicht haben. Hoch konzentriert probte das Trio mit den Lehrern, dankbar für jeden Tipp jeden Hinweis. Hochkonzentriert die Schüler auch bei den anderen Lehrern, aber nicht immer ganz so ernst. Jede Unterrichtsstunde wechselten Ensembles und die Lehrer standen vor der Herausforderung sich in deren Alter und Denken einzuleben. Doch das gemeinsame Medium, die Musik, half dabei. Die Lehrer gingen äußerst einfühlsam mit ihren Schülern um. Vor allem der Samstag mit seinen vielen Stunden zehrte. Aber auch wenn am Nachmittag das ein oder andere Kind etwas müde wirkte. Bei jedem neuen Stück, bei jedem neuen Lehrer waren sie wieder neugierig, wissbegierig und lerneifrig dabei. Den Samstagabend erlebten sie ein Konzert der Lehrer für sie im Anwesen Sawallisch.

Der Sonntag war dann besonders, weil jeder Schüler sich zum weiteren Unterricht zu seinem Lehrer wünschen konnte, der dann individuell besondere Herausforderungen zu meistern half.

Am späten Nachmittag endete das Wochenende mit einem Konzert der Schüler im Anwesen Sawallisch, das aufhorchen ließ. Manchmal konnte man es einfach nicht glauben, dass die Ensemblemitglieder noch so jung waren, wenn sie selbst schwierige Stücke meisterten. Durch das Konzert führte Johann Schmuck, der mit Helfern aus der Musikschule diesen Meisterkurs organisiert. Am Ende des Konzerts stand vor allem das Lob der Lehrer. Hatte ihnen der Unterricht der so neugierigen und eifrigen Schüler Spaß gemacht, der Konzerterfolg überzeugte sie völlig vom Modell dieses Meisterkurses. Nicht wenig Stolz die Eltern, die freigebig und mitgerissen großen Applaus für jeden der jungen Musiker spendeten.

Ein wenig ein Dankeschön war das Konzert besonders für den Vorstandsvorsitzenden Rainer Heinz und die von ihm geleitete Middeler-Kulturstiftung, Breitbrunn. Die hat sich der Idee verschrieben die regionale und überregionale Kultur zu fördern. Ihr ist zu danken, dass es diesen Meisterkurs nun schon seit Jahren gibt, sie finanziert ihn. Damals wie heute ist die Stiftung vom Kurskonzept und dem Ablauf der Kurse überzeugt. „An dieser Stelle ist das Geld gut eingesetzt“, freut sich Rainer Heinz. (Text Ludwig Flug)

Die Wolfgang Sawallisch-Stiftung konnte den Kurs unterstützen. Sie organisierte die Übernachtung der Dozenten im neu gestalteten Gästehaus und stellte den Kammermusiksaal im Haus Sawallisch für das Recital und das interne Vorspiel zur Verfügung.