Musikalische Fortschritte zum Klingen gebracht – das Stiftungskonzert 2011 in Grassau

Der Heftersaal in Grassau war einmal mehr bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Wolfgang Sawallisch-Stiftung im November wieder zu ihrem jährlichen Benefizkonzert lud.

Begabte Schülerinnen und Schüler der Musikschule Grassau – von der Stiftung gefördert – zeigten in einer vielseitigen Programmfolge ihre Fertigkeiten. Und die Bandbreite des Dargebotenen war groß.

Zwei Ensembles vertraten die traditionell starke Grassauer Blechbläsertradition, nämlich das ganz junge Quartett „Grass Brass” und das “Horn-Ensemble”. Im weiteren Konzertverlauf jedoch standen andere Instrumente im Vordergrund: zwei Klavier-Duos, ein Querflöten-Duo, Harfe, Hackbrett, ein Gitarrentrio, ein ungewöhnliches Duo mit Piccolo-Trompete und Klavier, ausgezeichnete Solistinnen an Geige und Klavier sowie zwei hervorragende Volksmusikgruppen. (Eine ausführliche Konzertbesprechung ist zu lesen unter www.musikschule-grassau.de.)

Für den Schluss hatte Musikschulleiter Wolfgang Diem ein besonders ungewöhnliches und unerwartet verlaufendes Stück vorgesehen. Roman Schlonksi, der frühere Grassauer Musikschüler, ehemalige Stipendiat der Wolfgang Sawallisch-Stiftung und jetzige Student bei Professor Johannes Fischer in Lübeck, zeigte an fünfzehn Schlaginstrumenten die ganze Fülle der Möglichkeiten seines Fachs. Anstatt kräftig „auf die Pauke zu hauen“ – das verbindet man ja meist mit Schlagzeug – trug er eine leise, geradezu poetische moderne Komposition von Hans Ulrich Lehmann vor: „Str/o/i/king for one Percussionist”. Im Saal war es mucksmäuschenstill, bis brandender Beifall aufkam. Zu Recht.

In ihrer Anmoderation stellten die Musiklehrer Wolfgang Diem und Otto Dufter die Musikerinnen und Musiker jeweils liebenswürdig und lobend vor. Sie haben die jungen Leute über die Jahre ihres Unterrichts an der Musikschule beobachtet und ihre Fortschritte registriert, wohl wissend, wie viel Arbeit seitens der Kinder und auch ihrer Lehrer dahintersteckt. Sehr stark für die Konzertvorbereitungen eingesetzt haben sich heuer die Musikpädagogen Sabine Huber, Sandra de Crescenzo, Beatrice von Kutzschenbach, Sigrid Meier, Catalina und Mugurel Popovici und Sabine Weiskirchner.

Am Schluss dankte der Vorstandsvorsitzende der Sawallisch-Stiftung, Hubert Kamml, allen Mitwirkenden, allen anwesenden Förderern und allen ehrenamtlichen Stiftungshelfern. Insbesondere richtete er seinen Dank an Professor Wolfgang Sawallisch für seine kontinuierliche Förderung. Auch der Marktgemeinde Grassau und dem Musik- und Gesangverein in Person von dessen 1. Vorsitzendem Willi Ettenberger sprach Kamml seinen Dank aus. Ungeachtet der großen Unterstützung, die die Stiftung genießt, hoffte er auf weitere Spenden, damit angesichts der schwierigen Finanzlage das Förderniveau auch gehalten werden könne. Folglich legte er dem Publikum die Spendenkörbchen am Ausgang ans Herz – und die Begeisterung der vielen Zuhörer spiegelt sich hoffentlich auch im Spendenergebnis wieder.

Text: Uta Grabmüller